Lebensbericht von "Ehemaligen" Abhängigen

 

Anna Jurasova, Vorsitzende des russischen Partnervereins "Gesunde Generation"

 

Guten Tag, ich bin Anna. Ich bin 30 Jahre, 8 Jahre davon habe ich Drogen genommen. Zunächst war alles sehr gut. Ich wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, wo man mich sehr lieb hatte. In der Schule habe ich gut gelernt, habe mich an allen Aktivitäten der Klasse aktiv beteiligt. Meine Gedichte und Fotoaufnahmen waren einmal in einer Kinderzeitschrift abgedruckt. Ich habe Musikunterricht gehabt, ging zum Schwimmen, Fechten, Reiten, sang im Chor. Meine Eltern dachten, dass sie ein Wunderkind auf die Welt gebracht haben. Mir ist alles leicht gefallen. Ich hatte viele Freunde und gute Zensuren.

Die Zeit verging, ich wuchs heran. Eines Tages lernte ich eine Gruppe Heranwachsender kennen. Diese Kinder waren erstaunlich “selbständig, erwachsen, echt stark“. Sie rauchten und tranken – das galt als Zeichen des „Erwachsenseins und der Unabhängigkeit“. Das hat mir sehr gefallen. Ich ging mit ihnen in Diskos, Bars und Clubs. Damals habe ich noch nicht verstanden, dass mein Leben steil bergab lief.

Eines Tages boten sie mir an, Drogen zu probieren. Alles andere lief wie in einem schlechten Film. Es gefiel mir zu fixen. Man hatte die Illusion, dass man ein Supermensch ist, dass alles möglich und nichts ungewöhnlich ist. In diesem Wahn befand ich mich lange Zeit. Doch eines schönen Tages kapierte ich, dass ich nichts anderes als eine super-außergewöhnliche Drogensüchtige bin und dabei nicht besonders gut aussehe. Auf diesen Leim gehen viele junge Menschen. Zunächst schien alles gut, aber dann erwachst du aus einem Traum und bist für immer drogensüchtig. Was bleibt übrig? Man sieht keine Möglichkeiten mehr, alle Beziehungen zu den engen Verwandten und Freunden sind abgebrochen. Dann ist man schon froh, wenn man in seiner Bleibe überhaupt noch Möbel und Technik hat, im Schrank noch Kleidung und im Geldbeutel noch Geld. Dann ist man froh, wenn man überhaupt noch eine Bleibe hat nicht zum Leben – zum Dahinvegetieren. Vorüber­gehende blicken auf einen, wie auf einen Aussätzigen.

In der Bibel steht hierzu ganz richtig: „Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage, und meine Nächsten halten sich ferne.“ (in der russ. Bibel: Ps. 37, 12; in der deutschen Bibel: Ps. 38, 12).

So ist es auch mir gegangen. Alles war furchtbar schlecht – das hatte ich verstanden. Dann bekam ich auch Probleme mit dem Gesetz, denn zusammen mit meinem „Freund“ habe ich gestohlen, war vorbestraft. Dann tauchte in meinem Leben ein Mensch auf,der mir als Gegenleistung für unsere Beziehung eine finanzielle Unterstützung vorschlug. Er befasste sich mit ungesetzlichen Gewinngeschäften. Was für Geschäfte das waren, sagte er nicht. Ich war mit dieser Beziehung einverstanden, hatte ja ohnehin nichts mehr zu verlieren. Ich weiß bis heute nicht, was er an „dieser Drogensüchtigen“ fand.

Eines nachts ging es mir besonders schlecht. Ich ging auf den Balkon, blickte in den Sternenhimmel und sagte (vielmehr – schrie): „Gott, wenn es dich gibt, nimm mich zu dir, so kann ich nicht mehr leben...“ Von da an geschahen in meinem Leben irgendwelcheübernatürlichen Ereignisse: ich lernte Kinder kennen, die mir vom Rehazentrum erzählten und davon, wie sie von den Drogen befreit wurden. Ich beschloß, das auszuprobieren. Eine Mutter, die für mich bis zum letzten kämpfte, half mir, alles Notwendige für die Fahrt in das Zentrum einzupacken.

Heute führe ich ein völlig anderes Leben. Jetzt lebe ich schon 5 Jahre ohne Drogen. Gott hat in meinem Leben sehr viel getan. Unser Team ist aus Kemerowo nach Kaliningrad gekommen, um das Zentrum für Rehabilitation zu gründen. Das Zentrum besteht jetzt schon 2 Jahre. Viele Kinder sind hier von den Drogen befreit worden. Ich liebe meine Arbeit sehr. Ich bin jetzt Direktorin des wohltätigen Fonds (Anmerkung : der Trägerverein "Gesunde Generation") und versuche, die Auf­merksamkeit und finanzielle Unterstützung der Öffentlichkeit zu gewinnen und alle Kräfte im Kampf gegen die Drogensucht einzusetzen.

Ich habe jetzt sehr viele Freunde in der ganzen Welt und ein wunderbares Verhältnis zu meiner Familie. Meine Mutter ist stolz auf mich. Ich glaube, dass Jesus Christus auch meine Zukunft gestalten wird. Ich möchte Psychologie studieren, heiraten, zwei Kinder bekommen, einen Jungen und ein Mädchen, und schließlich mich der wichtigsten Sache zuwenden – denen zu helfen, die heute noch das Problem haben.

Sich mit der Lieblingssache beschäftigen: Menschen lieben, Gott lieben, Liebe – Liebe – sie kann Wunder bewirken. In der Bibel heißt es, dass Gott selbst die Liebe ist. Ich danke ihm.

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Ich heiße Irina, bin 30 Jahre, fast 8 davon habe ich Drogen genommen. Alles lief wie bei den meisten Drogensüchtigen: Zigaretten --- Gras --- Alkohol --- Heroin. In der Schule begann ich zu rauchen, mich mit Gras und Alkohol zu berauschen, später probierte ich Drogen. Ich kam in das Institut, habe aber nach 1 Jahr aufgegeben, weil Lernen gestrichen wurde und das Geld für die Drogen nicht reichte. Ich habe gearbeitet, gefixt, einen Jungen getroffen, mit dem ich zusammengezogen bin. Wir haben gemeinsam gefixt. Wegen der Drogen haben wir Verbrechen begangen. Er kam ins Gefängnis und ich hatte einige Vorstrafen. Solch ein Leben gefiel mir nicht. Ich habe Einiges versucht, um Irgendetwas zu ändern, mehrere Male war ich in teuren Kliniken, versuchte selbst aufzuhören, aber nichts gelang. Tief im Herzen glaubte ich, dass sich alles ändern wird und ich glücklich werde.

 

Von Freunden erfuhr ich vom Zentrum und begriff, dass das meine letzte Hoffnung ist. Zeugnisse von Ehemaligen haben mich begeistert! Ich absolvierte die komplette Rehabilitation in Kemerowo. Der Herr hat alles verändert! Mein Leben hat sich geändert, es hat einen Sinn bekommen. Noch im Zentrum erkannte ich, dass ich abhängigen Kindern helfen und Gottes Segen in ihren kleinen Leben sehen möchte! Mein Wunsch hat sich erfüllt. Jetzt diene ich schon zwei Jahre im Rehabilitationszentrum in Kaliningrad. Das ist aber noch nicht alles Ich glaube, dass in Snamenka noch ein christliches Zentrum eröffnet wird. Ohne Gott kann der Mensch die Befreiung von der Abhängigkeit nicht finden.

 

Ich bin Christus für alles dankbar, was er in meinem Leben tut. Für die Freiheit, die Freude, das neue vollwertige Leben! Er ist das, was ich in meinem ganzen Leben nicht hatte!

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Ich heiße Swetlana, bin 29 Jahre alt. Drogen habe ich 9 Jahre lang konsumiert, außerdem trank und rauchte ich und führte ein asoziales Lebens. Die Drogen haben mein Leben zerstört. Das und eine nicht abgeschlossene Ausbildung, schreckliche familiäre Verhältnisse, Probleme mit der Polizei, ständig Angst und Depressionen, angekratzte Gesundheit. Ich habe praktisch auf der Straße gelebt. Ich hatte eine Pause von 5 Jahren, in denen ich verschiedene Möglichkeiten der Rehabilitation ausprobierte. Aber nicht hat geholfen.

Eines Tages, als ich in der Drogenklinik lag und an der Grenze angekommen war, erzählte mir ein Drogensüchtiger vom Rehabilitationszentrum in Schatrowo. Ich trug die Bescheinigungen, die für die Rehabilitation notwendig sind, zusammen. Im Zentrum hat sich mein Leben total verändert. Heute bin ich glücklich und froh, führe ein gesundes Leben, nehme aktiv am Leben unseres Zentrums teil. Der Herr hat alles verändert!!! Für die Zukunft plane ich, nach Kiew zu fahren, an der geistlichen Akademie zu studieren, denen zu helfen und zu dienen, wie ich eine war.

 

Mit Gott zu leben ist wunderbar. Ich habe Ziele, Wünsche. Und alles kann ich mit Jesus Christus, der mich stützt, tun!!!

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Ich heiße Olesja. Ich bin 24 Jahre alt. Ich hatte eine gute behütete Kindheit. Die Schule fiel mir leicht. Nach meinem Schulabgang besuchte ich die Universität. Ich war schon immer auf der Suche nach dem eigentlichen Sinn des Lebens, doch ich konnte ihn nicht finden. .Mit 17 Jahren probierte ich Drogen. Ich dachte, es wäre doch ganz gut, sie gelegentlich zu nehmen. Und so begann ich. Doch das Heroin liess mich nicht mehr los. Mit 20 Jahren verliess ich die Universität. Ich traf einen jungen Mann der drogenabhängig und auch ein Dieb war. Ich fing an mit ihm gemeinsam zu stehlen. Wir lebten zusammen und unser Leben entwickelte sich zur Hölle. Heroin, Diebstähle und permanente Angst vor der Polizei bestimmten für die nächsten zwei Jahre unser Leben. Das einzigste, was ich wünschte war nur noch mein eigener Tod, ich wollte einfach nicht mehr weiterleben
Dann schnappte die Polizei meinen Freund. Ich blieb allein zurück. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Zu dieser Zeit erzählte mir ein Junge von einem  Theraspiezentrum in Schatrovo. Ich hatte keine andere Wahl und ging hin. In dem Zentrum lernte ich Gott kennen. Ich öffnete mein Herz für Ihn und Er antwortete mir. Jesus heilte mich. Und nun habe ich Gottes wahre Liebe erfahren. Er liebt alle Menschen. Nur Gott kann das Leben der Menschen ändern, die es wirklich wollen.             
Jetzt bin ich glücklich. Ich lebe bei meinen Eltern. Ich habe einen guiten Job. Ich freue mich am Leben. Gelobt sei Gott, alles ist nun ok. Ich vesuche meine neuen Schwestern und Brüder so oft wie möglich zu sehen. Ich würde gerne mit einigen Schwestern zusammen in der Stadt Kaliningrad leben.                 
Und ich liebe auch Kinder.In meinem Herzen spüre ich ein großes Verlangen, Kindern zu dienen. Vor einiger Zeit fuhren wir in ein Kinderheim nach Gusev. Dort spielten wir mit den Kindern. Wir gaben ihnen einige Geschenke. Dies Erlebnis war für mich beglückend. Ich wünsche mir sehr,  ähnliche Veranstaltungen jeden Monat zu organisieren.. Jeden Tag bete ich für diese Kinder, deren Eltern Alkoholiker sind. .Ich werde versuchen ihnen zu helfen.  Ich werde alles tun, was in meiner Macht ist. Ich weiss Gott wird mir helfen. Amen.

 

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Ich heiße Ruslan,  bin 29 Jahre, wurde in Kaliningrad geboren und lebte die ganze Zeit dort. 11 Jahre war ich opium-abhängig; in dieser Zeit war ich zweimal im Freiheitsentzug. Ich habe mit meiner Gesundheit Raubbau getrieben und alle Verbindungen zu meinen Verwandten und engen Freunden total zerstört. Ich befand mich in einem Teufelskreis, aus dem ich keinen Ausweg mehr fand. Je öfter ich versuchte, dem zu entkommen, um so mehr überhäuften mich die Probleme. Meine Persönlichkeit wurde praktisch vollkommen reduziert, ich lebte nicht, sondern vegetierte nur noch dahin. Die Eltern wollten keine Verbindung mehr zu mir, es war ihnen den Verwandten und Bekannten gegenüber peinlich, dass ich ihr Sohn bin. Vor diesem Hintergrund wurden sie schwer krank. Der Vater kam ins Krankenhaus und verlor seine Arbeit. Die Mutter hatte eine schwere Operation, war nicht mehr voll arbeitsfähig und lebte nur noch von Medikamenten. Ich meinerseits habe aus der Wohnung alle Dinge entwendet, die irgendeinen Wert hatten. Die Familie war total zerstört, Überdosierungen wurden häufiger, ich verlor total das Gefühl, dass ich AIDS-gefährdet bin. Wieder hatte ich Probleme mit der Polizei. Die Gesundheit war praktisch futsch. Ich bekam chronische Hepatitis C und einen chronischen Leberschaden, die Drogen taten ihre Wirkung, langsam aber unaufhaltsam wurde die Leber zerstört.

     Und genau in dieser Zeit, als ich schon an der Grenze war, kam mir eine Visitenkarte über ein Zentrum in die Hände, von dem es hieß, dass es durchaus real ist, ohne medizinisches Eingreifen von jeglichen Abhängigkeiten frei zu werden. Ich beschloß, es auszuprobieren, ich hatte ja keine andere Wahl mehr; denn ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon viele Möglichkeiten, von dieser Abhängigkeit wegzukommen, ausprobiert. Als ich dort angekommen war, kam es mir schon merkwürdig vor zu sehen, dass keinerlei medizinische Hilfe vorhanden war, sondern dass alle Hilfe, die ich bekommen kann, nur von Gott kommt, den ich nicht kannte und nicht gesehen habe. Ich hatte nichts zu verlieren, weil alles schon verloren war. Ich beschloß es zu probieren und Gott und den Menschen zu glauben, die mich dort umgaben. Ich hörte auf, mich auf meine Kräfte und meinen Verstand zu verlassen. Mein Leben und das Leben meiner Verwandten begann sich zu ändern!

   Nach einem Monat begann ich, mich wunderbar zu fühlen, die Leber erholte sich, die eiternden Wunden verheilten. Nach 1,5 Monaten hatte sich mein Vater nach der Operation wieder erholt, begann wieder zu arbeiten, die Beziehungen zu den Eltern  wurden wieder geknüpft. Nach 3 Monaten hatten die Eltern die Kosten, die für die Operation des Vaters angefallen waren, abgezahlt.

   Nachdem ich von den Drogen befreit war, wurde mir klar, dass das nur mit Gottes Hilfe geschehen konnte, der genau so wirklich ist, wie alles andere, das uns umgibt. Mir wurde auch klar, dass ich nur, wenn ich Gott und den Menschen um mich herum diene, Gott für seine Liebe und Gnade danken kann. Was Gott getan hat, ist um vieles mehr.

   Nach Abschluß der Rehabilitation bin ich im Zentrum geblieben. Dann hat Gott mir ins Herz gelegt, in Kiew die Missionars- und Priesterschule zu besuchen. Dort hat er auch seine Wunder getan. Dank seiner Gnade habe ich als ehemaliger Drogensüchtiger – in den Augen vieler eine nichtswürdige Person – die Ausbildung mit Auszeichnung abgeschlossen. Gott hat mein Dortsein ermöglicht.

   Vor kurzem war ich zur Blutuntersuchung, die ergab, dass ich nicht AIDS-infiziert bin, dass die chronische Hepatitis C, die die Ärzte 1997 festgestellt haben, nicht mehr festgestellt wurde. Die Leber hat sich praktisch erholt. Gott zeigt immer wieder, dass für ihn nichts unmöglich ist!

   Jetzt bin ich im Missionarszug in der Ukraine, befasse mich mit Sozialarbeit in der Stadt. Wir gehen in Schulen. Wir versuchen, die junge Generation zur Vernunft zu bringen, dass sie nicht dieselben Fehler machen, die viele gemacht haben und dafür jetzt schwer bezahlen müssen. Wir wollen auch ein Rehabilitationszentrum für solche drogenabhängigen Menschen eröffnen, wie ich einer war, und für ihre Verwandten, die auch Hilfe und Unterstützung brauchen. Wenn ich meine Mission erledigt habe, werde ich nach Hause zurückkehren! In Liebe an alle Ruslan

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Guten Tag, ich heiße Piotr und bin 25 Jahre alt. Davon befand ich mich 6 Jahre in Drogenabhängigkeit. Jetzt lebe ich schon mehr als 5 Jahre ein vollwertiges Leben ohne Drogen und möchte Ihnen anvertrauen, was mit mir während der Abhängigkeit geschehen ist und wie alles begonnen hat.

Ich wurde in Kemerowo / Sibirien geboren und wuchs dort in einer Familie ohne Vater bei der Mutter und mit einem älteren Bruder auf. Ungeachtet dessen bekam ich genügend Wärme und Zuwendung. Seit meiner Kindheit befasste ich mich mit Tanzen, Schwimmen, spielte Klavier - und alles nicht gerade schlecht. Innerlich spürte ich jedoch eine Leere. Meine Mutter musste viel arbeiten, um mich und meinen Bruder ernähren zu können. Sie war oft sehr stark beschäftigt.

Alles begann, als ich in der 3. Klasse war. Da habe ich die erste Zigarette probiert. Als ich die Bekanntschaft mit Straßenkindern gemacht hatte, begann ich die Schule zu schwänzen und Klebstoff zu schnüffeln (Toxikomanie). Den Sport und die Musik habe ich aufgegeben, aber das ließ sich durch nichts kompensieren. Mit 12 Jahren begann ich „Gras“ zu rauchen, mit 13 Jahren habe ich das erste Mal gespritzt. So begann der Alptraum in meinem Leben, der 6 lange Jahre dauerte. Die ersten zwei Jahre wusste meine Mutter nichts davon, ich habe es sorgsam verheimlicht. Doch mit der Zeit merkte meine Mutter, was mit mir los war, dass etwas anders war. Und eines Tages forderte sie mich auf, ihr meine Venen zu zeigen, nachdem sie Spuren von Einstichen an meinen Händen gesehen hatte. Sie war entsetzt. Ehrlich gesagt, ich hätte sie am liebsten angespuckt. Ich hatte nur noch eins im Sinn: Drogen. Und das gab ich um nichts in der Welt auf.

Mit 14 Jahren hatte ich meine erste Vorstrafe mit Bewährung. Danach kamen noch zwei Vorstrafen und ich kam in Untersuchungshaft. Nicht einmal das Gefängnis konnte mich bremsen und ändern. Ich klaute weiter – zu Hause, auf der Straße, sogar bei Bekannten und Verwandten. Deshalb haben sich die Verwandten von unserer Familie abgekehrt, sie kamen nicht mehr zu Besuch. Häufig zu Gast bei uns war stattdessen die Polizei. Meine Mutter wurde eine alte Frau, war sehr oft krank. Das Schlimmste war: mein Bruder wurde auch drogensüchtig. Wir machten jetzt alles gemeinsam. Wir versuchten in verschiedenen Kliniken eine Behandlung, probierten verschiedene Behandlungsmethoden aus, jedoch alles ohne Erfolg. Es schien so, als sei nichts mehr zu machen und jede Hoffnung vergeblich.

Dann erfuhr meine Mutter eines Tages, dass man sich in einer Kirche mit dem Problem der Drogensucht befasst. Sie lernte Menschen kennen, die ihr erzählten, dass es in ihren Familien genauso verlaufen war, wie bei ihr, und dass es eine Änderung gegeben hat. Meine Mutter erfuhr auch, dass es bei der Kirche ein Rehabilitationszentrum für Drogensüchtige gibt. Sie trieb uns an, dorthin zu fahren.

 Genau zu diesem Zeitpunkt wurde mein ebenfalls abhängiger Bruder schwer krank (Krebs), die Nieren versagten, sein Organismus konnte keine Flüssigkeit mehr ausscheiden. Als gesunder Mensch wog er 70 kg, durch die Krankheit wurde er ein mit Flüssigkeit vollgepumpter Mensch, der 120 kg wog. Er konnte seine Augen nur mit Mühe öffnen, die Beine schwollen auf das Dreifache an. Alle Ärzte, die ihn sahen, sagten nur eins: „Er lebt keine zwei Monate mehr.“ Das wurde noch tragischer, als meine Mutter anfing, für seine Beerdigung Geld zusammen zu suchen.

Ich fuhr als Erster ins Rehabilitationszentrum. Dort fand ich endlich zu mir und betete zu Gott: „Wenn es dich gibt, dann hilf meinem Bruder. Und wenn das geschieht, stelle ich mein Leben in den Dienst für dich.“ Das war ein Schrei der Verzweiflung. Und der Herr zögerte nicht, auf mein Gebet zu antworten. Mein Bruder begann sich zu erholen. Zur Verwunderung der Ärzte wurde er wieder ganz gesund und fuhr auch ins Rehabilitationszentrum. Nach der Rückkehr aus dem Zentrum begann er als Bauarbeiter. Jetzt hat er seine eigene Firma für den Bau und die Sanierung von Gebäuden. Vor zwei Jahren hat er geheiratet, bald kam ein kleiner Junge. Er und seine Frau leiten eine Jugendgruppe, propagieren eine gesunde Lebensweise.

 Ich bin Gott und allen Menschen dankbar, die mir geholfen haben. Durch das Rehabilitationszentrum ist in mir das Verständnis und der Wunsch gereift, Menschen, die dem Tod geweiht sind, zu helfen, Menschen, die keinen Ausweg aus ihrer Abhängigkeit bzw. den Verhältnissen sehen, in denen sie leben.

 Vor 3 Jahren bin ich mit einem Team nach Kaliningrad gefahren, um das Rehabilitationszentrum zu eröffnen und die Arbeit zu organisieren. Heute gibt es ein Zentrum, in dem etwa 15 Personen zur Rehabilitation sind. Die Möglichkeiten der Erweiterung wachsen in geometrischer Progression. Ich studiere auch an der Universität (Fernstudium), Wirtschaftsfakultät. Ich hoffe, dass das Wissen, das ich dort erwerbe, uns hilft, noch schneller und qualitativer den Menschen zu helfen. Ich widme mich dem Dienst an Menschen. Ich bedaure es nicht. Denn wenn man die veränderten Leben, die wiedererstandenen Familien, die geheilten Seelen sieht, braucht meine keine weitere Belohnung, denn das ist der schönste Lohn auf dieser Welt.

 Jesus Christus, der allen Bedürftigen seine Hände reicht, hat mein Leben und das Leben meiner Familie verändert. Er ist bereit, auch dir zu helfen und dein Leben zu ändern. Vielleicht zeigt dir mein Lebensbild noch mehr von IHM als meine Worte.

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